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Schweiz: Präzisierung meldepflichtiger Dienstleistungen


Bei der Durchführung von Aufträgen in der Schweiz im Rahmen einer Arbeitnehmerentsendung oder selbstständigen Dienstleistungserbringung müssen Arbeiten angemeldet werden. Welche das sind und welche davon ausgenommen sind, zeigt nachfolgender Überblick.

Tätigkeiten ausländischer Dienstleister, die länger als acht Tage pro Kalenderjahr dauern, sind in der Schweiz meldepflichtig. In den Branchen Bauhauptgewerbe (Hoch und Tiefbau) und Baunebengewerbe, Garten und Landschaftsbau, Hotel und Gastgewerbe, Reinigungsgewerbe in Industrie oder Privathaushalten, Überwachungs- und Sicherheitsdienst, Erotikgewerbe sowie Reisendengewerbe besteht hingegen eine Meldepflicht unabhängig von der Dauer der Arbeiten, also ab dem ersten Einsatztag. Weitere Informationen zu Ablauf einer Meldung sind im Merkblatt „Arbeitnehmerentsendung in die Schweiz“ der IHK Hannover zu finden.

Allerdings gibt es auch Ausnahmen zur Meldepflicht, die nun von den zuständigen Schweizer Behörden präzisiert wurden. Im Grundsatz gilt, dass produktive Tätigkeiten zu melden sind. Folgende Liste der Handelskammer Deutschland Schweiz (AHK) gibt einen ersten Überblick:

Beispiele für nicht meldepflichtige Erwerbstätigkeiten

  • theoretische und technische Kurse (ohne Einbezug in Arbeitsprozess / produktive Tätigkeit) – zum Beispiel konzerninternes Verkaufstraining
  • repräsentative Einsätze von Führungskräften (auf Schweizerdeutsch: Kadermitglieder)
  • Kundenmeetings in Form von Vertragsverhandlung oder -unterzeichnung
  • Kundenmeetings in Form unverbindlicher Kundentreffen zur Pflege der Geschäftsbeziehung
  • Konzern- bzw. unternehmensinterne Meetings in Form von Strategiesitzung, Kick-off-Meetings, Koordinierung von Aktivitäten oder zum Informationsaustausch
  • reine Warenlieferung
  • Teilnahme an Konferenz oder Workshop ohne selber Präsentation zu halten

Beispiele für meldepflichtige Erwerbstätigkeiten

  • Kundenmeetings in Form von Beratungsgesprächen
  • Kundengespräche zum weiteren Vorgehen oder zur Planung von Projekten
  • Abnahme von Arbeiten
  • Vorarbeiten vor Vertragsschluss – zum Beispiel Maßarbeiten, um eine Offerte erstellen zu können (Auftrag ist noch nicht sicher)
  • Maßarbeiten nach Vertragsschluss
  • Konzern- bzw. unternehmensinterne Treffen und Besprechungen zu Projekten
  • Kundenakquisition
  • Projekteinsätze
  • Reparatur-, Wartungs- oder Garantiearbeiten
  • Aufbau, Montage, Installationen und Endkontrollen
  • Trainings on the job
  • Einarbeitung und Ausbildung mit einer Integration in den Arbeitsprozess, produktionsbezogen
  • Praktika, Traineeaufenthalte
  • Redner bei Konferenz, Wissenstransfer als Trainer
  • seelsorgerische und künstlerische Tätigkeiten

Die vollständige Liste der Tätigkeiten inklusiver praktischer Beispiele sind in Anhang 5 der aktuellen Weisung zur Verordnung über die Einführung des freien Personenverkehrs (VEP) verfügbar.

Weitere Fragen zu dieser Thematik beantworten die Rechts- und Steuerexperten der Handelskammer Deutschland Schweiz (AHK): E-Mail: auskunft@handelskammer-d-ch.ch Telefon: +41 44 283 61 61




Quelle:  Tonio Boer -  IHK Hannover

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