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Wirtschaftsentwicklung Afrikas: Städte wachsen schneller als andernorts



Im Jahr 2050 werden zwei Drittel der Afrikaner in Städten leben. Der Verlauf der Urbanisierung in Afrika wird deshalb entscheidend Wachstum und Entwicklung auf dem Kontinent prägen. Zu diesem Schluss kommt der African Economic Outlook 2016.

Die Verstädterung in Afrika vollzieht sich im historischen Vergleich ungewöhnlich schnell und ist gepaart mit einem starken Bevölkerungswachstum. So hat sich zwischen 1995 und 2015 die städtische Bevölkerung in Afrika auf 472 Millionen verdoppelt. Der Prozess der Verstädterung verläuft damit anders als in anderen Regionen, wie etwa Asien, und wird derzeit nur von langsamen strukturellen Anpassungen begleitet, so das Schwerpunktkapitel des Berichts.

Trotz eines eher schwachen globalen Umfelds und regionaler Schocks hat sich Afrikas Wirtschaft im vergangenen Jahr solide entwickelt. Der Kontinent bleibt nach Ostasien die Region mit den höchsten Wachstumsraten. Dem Bericht zufolge dürfte 2016 das Wirtschaftswachstum in Afrika im Schnitt bei 3,7 Prozent liegen und 2017 auf 4,7 Prozent steigen, vorausgesetzt die Weltwirtschaft wird sich stabilisieren und die Rohstoffpreise werden allmählich wieder steigen.

Der African Economic Outlook wird seit nunmehr 15 Jahren jährlich von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) herausgegeben. Für den Bericht nimmt ein Team aus über 100 Experten aus Wirtschaftswissenschaftlern, Volkswirten und Statistikern die wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Situation des Kontinents unter die Lupe. Dabei stützen sie sich auf Daten von Statistikbehörden, Ministerien, Investoren und Entwicklungshilfeorganisationen sowie Informationen der Zivilbevölkerung und der Medien.



Quelle:    Tonio Boer -  IHK Hannover

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